Logo PraxisFinanz

Gesundheitsprüfung – aber richtig!

Gesundheitsprüfung – aber richtig!

Gesundheitsprüfung – einiges Vorneweg

Die Gesundheitsprüfung bildet die letzte Hürde, sobald die grundsätzliche Entscheidung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung gefallen ist. Nach der Entscheidung, gefolgt von der technischen Konfiguration ist dies der letzte Schritt vor dem finalen Abschluss. Allerdings ist dieser extrem wichtig und entscheidend darüber, ob die Absicherung auch auf Dauer funktionieren wird.

Immer wieder werden Leistungen aus einer BU-Rente abgelehnt, weil der Versicherer eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht geltend macht. Sprich: Die Versicherung wirft dem Versicherten vor, unvollständige oder falsche Angaben gemacht zu haben. Solche Fälle werden dann vor Gericht entschieden. Was also hat es mit der Gesundheitsprüfung auf sich?

Prüfung auf Basis Ihrer Angaben

Die Versicherer prüfen Ihre Gesundheit allein auf Basis Ihrer Angaben. Im Antrag sind – je nach Versicherer sehr unterschiedlich formulierte – Gesundheitsfragen enthalten. Diese sind von Ihnen vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Nur auf dieser Basis kann der Versicherer das Risiko einschätzen, wenn er Sie in sein Kollektiv mit aufnimmt. Andere Quellen stehen ihm erstmal nicht zur Verfügung. Bei Zweifeln kann er zusätzliche Fragebögen verlangen oder einen Arztbericht anfordern.

Konsequenzen aus der Gesundheitsprüfung

Zeigt die Prüfung des Gesundheitszustands, dass Risikofaktoren bestehen, kann der Versicherer daraus unterschiedliche Konsequenzen ableiten.

  1. Ablehnung: Im schlimmsten Fall wird er den Antrag auf Abschluss eines Versicherungsvertrags ablehnen, wenn ihm das Risiko zu hoch erscheint.
  2. Zuschläge: Weitaus häufiger sind Zuschläge auf den Beitrag, der die zu zahlende Versicherungsprämie steigen lässt.
  3. Ausschlüsse: Alternativ können einzelne Erkrankungen als Ursache für eine Berufsunfähigkeit von der Leistung ausgeschlossen werden. Der Versicherungsschutz greift dann nicht, wenn der Versicherte durch eine der ausgeschlossenen Krankheiten berufsunfähig wird.

Wie können Sie am besten damit umgehen?

Was Sie NIEMALS tun sollten

Direkt einen Antrag stellen! Egal welcher Berater (Verkäufer) Ihnen das raten sollte. Sollten Sie sofort einen Antrag stellen und dieser wird abgelehnt oder mit Erschwerung angenommen, ist eine spätere Korrektur kaum mehr möglich. Die Versicherer führen eine sogenannte Sonderwagnisdatei (offiziell nennt man sie HIS – Hinweis- und Informationssystem). Dort werden Ablehnungen, Erschwernisse etc. gespeichert, auch wenn der Vertrag am Ende nicht zustande kommt.

Somit ist ein schnell gestellter Antrag ohne professionelle Hilfe u.U. das Aus für Ihr Projekt Arbeitskraftabsicherung.

Tipp: Wenn Sie Vorerkrankungen haben, stellen Sie NIE einen Antrag – nutzen Sie immer die Möglichkeit einer Risikovoranfrage!

Risikoprüfung BU

Risikovoranfrage

Eine Risikovoranfrage ist, wie der Name bereits andeutet, eine Abfrage auf Basis Ihrer Gesundheitsfragen ob bzw. unter welchen Bedingungen eine Absicherung bei dem jeweiligen Versicherer möglich ist.

Da die Risikovoranfrage immer anonym erfolgt, können wir Ihnen mit einer breit gestreuten Voranfrage eine Auswahl von Möglichkeiten anbieten. Erst danach stellen wir für Sie den richtigen Antrag mit Namen und Daten.

Jeder Versicherer hat andere Annahmekriterien. Das fängt beim Berufsbild an, geht über die Gesundheitsfragen und endet damit, dass es durchaus je nach Geschäftsverlauf unterschiedlich „strenge“ Risikoprüfungen gibt.

Deshalb kann man im Vorfeld nie pauschal sagen diese und jene Vorerkrankung führt zu diesem oder jenem Ergebnis. Es ist am Ende immer eine Einzelfallentscheidung des entsprechenden Versicherers.

TIPP: Wenn die Voranfragen mit negativem Ergebnis ausgehen und keine normale Annahme möglich ist – wir nutzen immer auch Sonderaktionen der Versicherer !! Dort können bestimmte Berufsgruppen – oft zeitlich begrenzt – mit wenigen Gesundheitsfragen eine adäquate Absicherung erreichen.

Mit 3 Bausteinen zu Ihrer persönlichen BU Absicherung:

Anfrageformular

Zuerst nutzen Sie unseren Fragebogen und das Beiblatt Gesundheitsdaten BU. Füllen sie diese so genau wie möglich aus. Erläutern Sie die Vorerkrankungen – das Beiblatt ist ein Word-Dokument und kann viel Text vertragen. Je ausführlicher Sie die Umstände erläutern, desto einfacher hat es ein Risikoprüfer.

Eigenerklärung

Ab und an ist auch das Word-Dokument „Beiblatt zu den Gesundheitsdaten“ zu „klein“ um die notwendigen Informationen einzutragen. Immer wenn mit Stichpunkten keine ausreichende Erklärung Ihrer Erkrankung bzw. der Umstände möglich ist, nutzen Sie bitte einen frei formulierten Text – die Eigenerklärung.

Ärztliche Stellungnahme

Jetzt werden Sie erstmal denken, ärztliche Stellungnahme? Ich bin doch selbst Mediziner und kann mich fachlich sehr gut einschätzen. Ja, das ist grundsätzlich richtig. Allerdings hat der Blick und die Meinung eines Kollegen einen touch von Neutralität. Das schätzen Risikoprüfer von Versicherungen sehr.

Deshalb bzw. gerade deshalb ist es bei Medizinern fast noch wichtiger, unklare bzw. erklärungsbedürftige Sachverhalte mit einer Stellungnahme eines anderen Mediziners zu untermauern.

Mit 3 Bausteinen zur optimalen BU-Absicherung

Anfrageformular

Es gibt zum Teil massive Unterschiede in der Bewertung von Erkrankungen. Deshalb sind korrekt ausgefüllte Gesundheitsfragen so wichtig. Vor allem das Beiblatt-Gesundheitsdaten ist das Kernstück!

Recherchieren Sie im Vorfeld Ihre Krankheitsgeschichte. Wir können dann aufgrund unserer Erfahrung bereits eine erste Einschätzung Ihres Falls abgeben. Sollten wir der Meinung sein, eine BU-Absicherung ist nicht oder nur eingeschränkt möglich, kommunizieren wir das von vorne herein und bieten Ihnen sinnvolle Alternativen an.

Kernstück: Das Beiblatt Gesundheitsdaten BU:

Erfassen Sie in unserem Beiblatt alle Ihnen bekannten Erkrankungen. Je genauer und ausführlicher Sie beschreiben um was es geht, wie lange die Erkrankung angehalten hat und seit wann Sie beschwerdefrei sind, desto einfacher ist die Einschätzung.

Zu viel können Sie hier nicht schreiben. Das Beiblatt bietet die beste Grundlage für eine zielführende Anfrage. Also bitte je mehr desto besser!

Nehmen Sie sich ruhig Zeit. Trotzdem kann es vorkommen, dass der Platz hier nicht ausreicht.

Mit 3 Bausteinen zur optimalen BU-Absicherung

Eigenerklärung 

Manchmal kommt da einiges zusammen, so dass der Platz auf dem Beiblatt nicht ausreicht bzw. es wird einfach zu unübersichtlich. Dann ist es durchaus sinnvoll, selbst einen Text zu verfassen und die Krankheit mit eigenen Worten zu erklären. Dieser Text muss nicht medizinisch korrekt sein, aber mit eigenen Worten den Sachverhalt möglichst gut darstellen.

Es geht immer darum, dass man sich als Dritter ein umfangreiches Bild machen kann. Der Risikoprüfer kennt Sie nicht – deshalb ist es sinnvoll ihm möglichst mit eigenen Worten zu erklären um was es geht und welcher Hintergrund besteht. Hilfreich ist es sicherlich, diese „Geschichte“ mit entsprechenden Arztberichten, Attesten o.ä. zu untermauern. Das gilt primär für schwerere bzw. komplexere Erkrankungen, Verletzungen oder Unfälle, die nicht so einfach in einem Formular aufgezählt werden können.

Wenn der Versicherer noch Unterlagen benötigt, dann meldet dieser sich und fordert explizit das an, was nötig ist, um eine finale Entscheidung zu erzielen.

Aber zuerst müssen wir möglichst umfangreiche Angaben liefern, so dass es im besten Fall keine Rückfragen mehr gibt, sondern direkt eine aussagekräftige Entscheidung.

Besonders bei Diagnosen rund um die Psyche ist eine umfangreiche Eigenerklärung sehr wichtig und fast schon Voraussetzung. Gerade Diagnosen in diesem Bereich bedürfen oft einer Erklärung, die Hintergründe zu verstehen, macht es einem Versicherer leichter eine Annahme zu erklären.

Aber ACHTUNG: Die Eigenerklärung ist keine Garantie für eine Annahme!

Da wir regelmäßig elektronische Risikovoranfragen unterschiedlicher Anbieter nutzen, helfen uns solche Eigenerklärungen ein aussagekräftiges und zügiges Votum zu erhalten – oft schon direkt im Gespräch mit Ihnen. So kommt es in der Praxis regelmäßig vor, dass wir bereits während der Beratung die entsprechenden Diagnosen elektronisch bei dem einen oder anderen geeigneten Versicherer vorprüfen. So haben Sie direkt eine Ersteinschätzung ob und was auf Sie zukommen kann. Außerdem hilft uns dieses Vorgehen, die tatsächlich notwendigen Unterlagen zu definieren.

Mit 3 Bausteinen zur richtigen BU-Absicherung

Ärztliche Stellungnahme / Attest

Während Sie Ihre Gesundheitsgeschichte aufarbeiten kann es immer mal wieder vorkommen, dass einige Erkrankungen und Diagnosen nicht klar fassbar sind, bzw. Sie keine genaue Aussage treffen können, was damals genau war bzw. was heute noch akut vorhanden ist.

Geben Sie manche Vorerkrankungen unkommentiert einfach an, kann das zu Ausschlüssen oder Zuschlägen kommen. Auf jeden Fall zu mehr Arbeit für Sie und uns. Um das zu vermeiden, hilft der 3. Baustein auf dem Weg zu einer BU:

Aktuelle ärztliche Stellungnahmen bzw. Atteste sind sehr wichtig. Sie helfen uns klare Aussagen vom Risikoprüfer zu erhalten. Auch wenn diese Herangehensweise durchaus Aufwand für Sie bedeutet – am Ende hilft es Ihnen eine ordentliche Absicherung zu haben.

Vor allem aber bedeutet es für Sie Sicherheit – die Wahrscheinlichkeit, keine Leistung zu erhalten, ist bei dem Aufwand deutlich geringer!

HINWEIS: Die Vorgehensweise ist sehr sinnvoll, vor allem bei schwereren Vorerkrankungen, bedeutet aber nicht, dass in jedem Fall eine problemlose Absicherung zustande kommt. Sind die Vorerkrankungen zu umfangreich hilft auch dieser Weg nichts.

Wie sieht so eine ärztliche Stellungnahme nun aus?

Jetzt werden Sie erstmal denken, ärztliche Stellungnahme? Ich bin doch selbst Mediziner und kann mich fachlich sehr gut einschätzen. Ja, das ist grundsätzlich richtig. Allerdings hat der Blick und die Meinung eines Kollegen einen touch von Neutralität. Das schätzen Risikoprüfer von Versicherungen sehr.Deshalb bzw. gerade deshalb ist es bei Medizinern fast noch wichtiger, unklare bzw. erklärungsbedürftige Sachverhalte mit einer Stellungnahme eines anderen Mediziners zu untermauern.

Wichtig: Ärztliche Atteste auf eigene Veranlassung müssen oft selbst bezahlt werden. – Diese wenigen Euro sind aber sehr gut investiert!

Je genauer und klarer das Attest formuliert ist, um so weniger Nachfragen hat der Risikoprüfer und um so schneller erhalten wir ein Ergebnis.

Wie anfangs schon erwähnt, ist der reine Umfang keine Garantie für einen normale Annahme.

Beispiel aus der Praxis:

Interessentin schickt mir eine Anfrage mit entsprechendem Beiblatt zur Gesundheitsprüfung. Das Dokument hatte – ohne Atteste und Arztberichte – 26 Seiten Umfang! Nach 2 intensiven Gesprächen und Klarstellungen von Zeiträumen usw. hat sich das Beiblatt bei Antragstellung auf ca. 14 Seiten reduziert. Aufgrund der von der Interessentin erstellten Eigenerklärungen konnten die meisten Gesellschaften alleine aufgrund der eingereichten Unterlagen eine Entscheidung treffen. Wir erhielten von 14 Voranfragen nur 4 Ablehnungen. 4 Gesellschaften machten direkt Angebote, Zuschläge bzw. Ausschlüsse waren klar. Es ging einfach um den Umfang der Einschränkungen. 6 Gesellschaften wollten weitere Unterlagen, die wir nachreichten.

Abschliessend hat die Kundin eine sehr hochwertige Absicherung erhalten. Wir haben nicht die gewünschte Höhe erreicht, aber einen Versicherer gefunden, der die kritischsten Vorerkrankungen gegen Zuschlag versichert hat.

Sie möchten es versuchen? Wir freuen uns, Sie auf dem Weg zu Ihrer BU zu begleiten!

Wir unterstützen Sie gerne!

Kontakt aufnehmen

Wenn Sie möchten, sind wir der Partner an Ihrer Seite – nach einem ausführlichen Beratungsgespräch erarbeiten wir für Sie ein individuell auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnittenes Konzept.

    Menü